Im Herbst 2006 - ein Jahr später - habe ich den Jakobsweg als Aufhänger genommen, um mich beim Quiz mit Jörg Pilawa zu bewerben. Tatsächlich sind wir drei Monate später zum Casting nach München eingeladen worden. Wir sollen möglichst in der landestypischen Tracht erscheinen.Mein Bruder trägt diese bayerische Oktoberfesttracht mit Lederhose, Hosenträger mit Hirschknöpfen und ein weißes Trachtenhemd. Meine Tracht ist erstmal keine, ich traue mich nicht recht und verstaue die Hawaiitracht in meiner Tasche. Die Einladung ist so verfasst, als ob wir die einzigen Kandidaten sind. Im Hotel an der Bar merke ich doch sehr schnell, dass praktisch alle Menschen, die in der Hotelhalle sind, auch zum Casting wollen. Das erkenne ich daran, dass von den 60 Paaren mehr als die Hälfte in Lederhose und Dirndl erschienen sind. Innerlich zittere ich vor Aufregung und überlege lange hin und her, doch dann gehe ich mit dem Satz: "Hermann da müssen wir was machen so gehn wir unter" zum WC und tausche meine Identität. Zurück komme ich als Lomimann mit einem hawaiianischen Wickelrock, Hawaiihemd, Kukui Kette und Amreifen, darüber mein giftgrünes Sakko. So gehen wir Arm in Arm die Treppe zum Casting hinunter. Es begleitet uns ein Raunen und Tuscheln. Die drei Jurymitglieder grinsen sich wissend zu. Ich spüre, wir haben gewonnen.
So kommt es, dar wir zwei, Hermann und ich, einen Auftritt in der Sendung "Das Quiz" mit Jörg Pilawa bekommen. Der Aufhänger der gemeinsamen Geschichte ist nicht mehr der Jakobsweg,sondern die Unterschiede zwischen zwei Brüdern. Hier der konservative Bayer,dort der hawaiianische Paradiesvogel. Die Show und der Auftritt sind super, Menschen aus dem Publikum gratulieren uns, spendieren meinem Bruder 3 Flaschen Bier, weil er nach der Sendung dringend ein Bier braucht und nicht den angebotenen Sekt. Er merkt viel zu spät das es ein alkoholfreies Bier ist. Schade.
Wir gewinnen zusammen 50.000 Euro. Jörg Pilawa fragt immer am Schluss die Kandidaten, was sie mit dem Gewinn machen. Zuerst kündigt Hermann an endlich mal den heiligen Berg in Japan, den Fuiijama zu besteigen, bei mir ist es der spontane Wunsch in die Welt hinauszuziehen und jeden, der mir begegnet, und der es auch will, auf die Liege zu bitten und ihm eine Lomi zu schenken. Die Bezahlung soll die Erlaubnis sein, Fotos von der Massage und dem Menschen vorher und nachher zu machen. Am Ende der Reise will ich daraus ein Buch werden lassen. Diesen Wunsch findet Jörg sehr spannend, und er sagt, er habe ein Bild vor Augen, wie ich Hermann auf dem heiligen Berg massiere. Das ist der Beginn dieser Reise.
Am 12 .August fliege ich mit meinem Bruder nach Japan, um dieses Bild entstehen zu lassen. Danach wird mich der Moment in die Länder führen, in denen die Lomi viele Menschen erreichen soll.